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Die Ausstellung im Landtag NRW

WAS BLEIBT.

Was die Bilder erzählen – und wie sie entstanden sind.
Filme, Audios, Fotografien und Texte zur Ausstellung.
15 Beiträge Oktober 2026
Über Nachhaltigkeit in der Kunst
01 Film · „Über Nachhaltigkeit in der Kunst“

ÜBER DIE WERTIGKEIT DES VERMEINTLICH WERTLOSEN.

Oder: MEINE GRÜNDE FÜR NACHHALTIGKEIT IN DER KUNST.

NACHHALTIGKEIT ist ein Handlungsprinzip, welches mich vor Jahrzehnten noch nicht so bewusst geleitet hat wie heute, obwohl ich es schon immer lebte.

Für meine NACHHALTIGKEIT IN DER KUNST gibt es vielfältige Gründe.

Wenn ich alte Metalle, Holz, Wahlplakate, Kassenbons, ausrangierte ipad-Hüllen, getrocknete Teebeutel, Teefilter, Kartonagen, Stoffe, alte Landkarten, Glas, bemalte Leinwände als Malgrund für meine Kunst verwende, freue ich mich zum einen darüber, dass in meinen Augen WERTVOLLES Material ein zweites Leben erhält.

Zum anderen ist die Patina, die z.B. Tee oder Rotwein hinterlassen, für mich eine außerordenlich kreative INSPIRATION für das zu erschaffende Motiv.

Zum anderen fordert mich die Haptik des Malgrundes sehr heraus. Ich mag es, wenn sich z.B. die Ipad-Hülle aus Plastik dagegen wehrt, von mir bemalt zu werden.

Ich finde es geradezu schöpferisch, wenn eine zuvor bereits bemalte Leinwand ihre Acryl- oder Öl-Strukturen aufweist, die eigentlich mein Vorhaben behindern.

Ich mag es, wenn ich beim Malen auf Metall oder Holz kreativ mit meinen Malmaterialien sein muss, um die Farbe d o c h auf den Malgrund zu bekommen.

Ich experimentiere gerne beim Kunstschaffen. Dazu gehörten auch meine erweiterten Kenntnisse, um Leinwände oxidieren zu lassen. ROST UND KUPFER-PATINA sind ansehnliche Effekte.

Wenn ich abends oder nachts mit dem Malen fertig bin, habe ich sowohl an den Pinseln als auf der Palette noch Farben. (Nach den Workshops ist dies in noch größerem Umfang so.) Was tu ich? Ich nehme diese Farbe, diese RESTFARBE und streiche sie auf alte Papiere, Holz, Tüten, Schuhkartonpapiere, Quittungen etc und lege sie in meine Trockungsschubladen.

Monate später, manchmal Jahre später hole ich sie wieder hervor, drehe sie, wende sie und dann, dann ist der Moment da und ich erkenne, WAS ich auf diesem sinnfrei bemalten / beklecksten Malgrund malen oder zeichnen werde.

Die Entstehung des Bildes
02 Film · „Die Entstehung des Bildes“

„Ich war ein roter Kreis.“

Zum Schutz & Trutz.

Spachtelarbeit mit Acrylfarben und Granatsand und Mullbinden auf alter Leinwand. 75 x 120 cm.

In meine Hände kam eine Leinwand. Weiß. Glatt. Mit rotem Punkt. Glatt.

Monate später wusste ich, welches Motiv auf diese Leinwand kommt. Ein Mutter-Thema.

Rot. Gebärmutter. Liebe. Geborgenheit. Sorge. Emotionen. Angst. Blut.

Um das Thema „Mutterschaft“ vom Pathos zu befreien, entschied ich mich für eine grobe Spachteltechnik.

Zur Bedeutung des Bildes
03 Film · „Zur Bedeutung des Bildes“

„Sie hat die Bibel zerrissen…“

ICH BIN FRAU HIOB.

Leinwand. 80 x 100 cm. Bibelseiten. Acryl. Perlmutt. Aquarellfarben. Kohle. Eine Kirchenfenster-Scherbe.

Ich durfte in einer Kirche malen. Unser Thema? „HIOBsBotschaften für die Seele. oder: Wo zum Teufel ist Gott?“

Das Thema forderte. Der kunstschaffende Prozess erreichte die Tiefe unseres Seins.

Bei mir geht Frau Hiob links in der Gruppe, in ihrem Mikrokosmos. Sie ist resilient. Ist wieder aufgestanden. Macht weiter. DOCH ihr ganzes Leben lang laufen neben ihr ihre Hiobsbotschaften. Sie wirkt, als wäre alles in Ordnung, wieder gut. Doch für sie ist es anders.

Während ich mein „Lied vom Leid“ fertigstellte, fiel eine kleine sehr spitze dunkle Scherbe aus einem Kirchenfenster. Ich arbeitete sie als schmerzende Spitze in dieses Bild ein.

Vom AfD-Plakat zum Friedensbild
04 Film · „Vom AfD-Plakat zum Friedensbild“

„Ich war ein AfD-Plakat.“

GRENZEN!

Acryl und Collage und Garnet Sand und Glasspearls auf altem Wahlplakat. 60 x 80 cm.

Ich mal häufig auf Wahlplakaten. Immer auf Wahlplakaten der Grünen. Sie haben eine Materialoberfläche, die sich hervorragend für mein Tun eignet.

Weil ich auf Wahlplakaten arbeite, kam eines Tages ein AfD-Plakat in meine Hände. Natürlich war klar: Diese Botschaft wird transformiert. FRIEDEN soll meine Botschaft sein. Und vor allem: ES GIBT GRENZEN! Grenzen, die nicht verletzt werden dürfen. Grenzen des Menschen. Seine Begrenzung. Seine Schutzgrenzen. Bei Frauen auch: gesellschaftliche Begrenzungen.

Meine Frage – angelehnt an Dota Kehr – lautet:
„WARUM schützt man die GRENZEN der STAATEN so gut und die GRENZEN der MENSCHEN so schlecht?“

Meine Friedensbotschafterin ist weiblich. Inspiriert wurde ich durch eine Statue für Frieden in Japan.

Zum Entstehen des Bildes
05 Film · „Zum Entstehen des Bildes“

„Ich gehörte Baedeker…“

FLANDERN.

Mixed Media auf altem Holz. 50 x 50 x 5 cm.

Mir wurde ein alter Baedeker geschenkt. Ich klebte Teile einer alten Stadtkarte auf eine alte Holzplatte.

Plötzlich offenbarte sich beim Arbeiten mit den Karten von Brügge etwas:

Auf den Stadtmauern - den Begrenzungen zwischen Bürgertum und der Bevölkerung ohne Bürgerrechte – erkannte ich einen weiblichen Oberkörper

So habe ich die Lady aus der Stadtgeschichte herausgeschält.

Transformation
Die ursprüngliche Leinwand
Die ursprüngliche Leinwand
Petra über das Bild
06 Film · Foto · Audio

„Ich war Meer“

WAS VON IHM BLEIBT

2026 · 80 × 150 cm · Collage, Acryl und Mischtechnik auf einer bereits bemalten Leinwand

Ein Jahr verheiratet. Seit einem Jahr Witwe.

Im Sommer schenkte mir Petra eine Leinwand ihres verstorbenen Mannes Klaus. Das querformatige Bild zeigte eine Strand- und Meerszene. Petra kennt meine nachhaltige, nach Spuren suchende Arbeitsweise: Ich entdecke Möglichkeiten in vorhandenen Bildträgern und lasse ihre Geschichte im neuen Werk weiterleben.

Kurz zuvor hatte ich mit MdL Dorothea Deppermann das Motto meiner Ausstellung im Landtag besprochen: WAS BLEIBT? AUS SPUREN ENTSTEHT NEUES.

Bereits auf meinem Rückweg, mit der Leinwand im Kofferraum, entstand die Idee, Petra aus dem Bild ihres Mannes hervortreten zu lassen.

Mich bewegte diese Frage: Was bleibt von Klaus, wenn auf seinem Bild Petra entsteht?

Ich arbeitete mit dem Vorhandenen, öffnete Schichten und schloss andere. Auf der ursprünglichen Meerszene entstand eine Collage, in der die Malerei des Verstorbenen weiterhin sichtbar bleibt.

Petras Gestalt formte ich aus ausgewählten Textpassagen meines Frauenbuches „Unerhörte Geschichten“ und meines Romans RESTLICHT. Beide Werke erzählen auf unterschiedliche Weise von Verlust und Trauer, von weiblicher Widerstandskraft, vom Wiederaufstehen und dem veränderten Weitergehen.

Auch die Generationen vor Petra sind gegenwärtig. Schnittmuster greifen diese weiblichen Lebenslinien auf. Sie stehen für Frauen, die während des Krieges und in der Nachkriegszeit mit ihren Nähmaschinen den Lebensunterhalt ihrer Familien sicherten. Auch Petras Mutter wurde früh Witwe.

Hinzu kommen unter anderem alte Papierrollen für Fünf-Mark-Stücke und Human-Design-Zeichnungen, die sich auf Petra beziehen.

So entsteht Petra mit ihren eigenen Erfahrungen und den Lebenslinien anderer Frauen aus der Malerei ihres Mannes.

Petra sagt dazu: „Die Materie von Klaus geht. Seine Energie bleibt.“

Nahaufnahme des Bildes
Nahaufnahme des Bildes
07 Foto · „Nahaufnahme des Bildes“

Feminismus auf Packpapier.

Gracia Patricia.

Packpapier-Schichten. 45 x 35 cm. Aus der Serie „Radlust“.

Grace Kelly (später Fürstin Gracia Patricia von Monaco) hatte eine reflektierte und für ihre Zeit erstaunlich moderne, emanzipierte Sicht auf Frauen und gesellschaftliche Rollen. Obwohl sie als Fürstin in einem traditionellen Umfeld lebte, äußerte sie sich in Interviews immer wieder selbstbewusst und unabhängig.

Diese Aussagen sind auf dieser Collage handschriftlich notiert.

„Ich bin im Grunde eine Feministin. Ich denke, dass Frauen alles tun können, wofür sie sich entscheiden.“
(Original: „I am basically a feminist. I think that women can do anything they decide to do.“)

Mit einer gehörigen Portion Humor und Ironie kommentierte sie die Arbeitswelt und die Rollenverteilung zwischen Männern und Frauen:

„Die Männer sind im Grunde faul. Wenn alle Frauen Jobs hätten, würden die Männer zu Hause bleiben, Bier trinken und sich alle Fernsehprogramme anschauen.“

Grace Kelly zog mit 18 Jahren alleine nach New York, um Schauspielerin zu werden, und finanzierte sich selbst – in den späten 1940er-Jahren ein mutiger Schritt:

„Als unverheiratete Frau galt ich als Gefahr.“
(Original: „As an unmarried woman, I was thought to be a danger.“)

Doch die Emanzipationsbewegung der 1960er- und 70er-Jahre begleitete sie mit kritischen Augen. Sie befürchtete, dass Frauen durch die gesellschaftliche Anpassung an die Männerwelt an Faszination verlieren, und betonte gleichzeitig die traditionelle Rolle in der Familie:

„Die Emanzipation der Frauen hat dazu geführt, dass sie ihr Geheimnis verloren haben.“

Und:

„Die natürliche Rolle der Frau ist es, eine Säule der Familie zu sein.“

Kunsttherapie
08 Film · „Kunsttherapie“

„Sie ist aus ihrem Rahmen gefallen.“

Opfergabe

Acryl auf Leinwand in Schattenfugenrahmen. 52. x 63 cm

Manchmal muss man lassen, sich lassen, es lassen, zulassen ohne zuzumachen.

Die ersten Varianten waren evt schöner. Doch für den kunsttherapeutischen Prozess musste / durfte es weitergehen.

Ich war meine eigene Klientin, ich nahm KUNSTTHERAPIE bei mir selbst. Ich musste Verlust und Trauer verarbeiten.

Tränen dürfen fließen beim Tun. Das ist heilsam und transformiert den Prozess. Musik unterstützt diesen Prozess. Manchmal ist hingegen die Stille der richtige Boden.

Die Entstehung des Bildes
Leseprobe aus „Der Klang, der bleibt“. Kapitel: „Die fünf Richtungen“
09 Film · Audio

„Ich werde ein Buch-Cover.“

Der Klang, der bleibt.

60 x 80 cm. Stoffe. Papiere. Granatsande. Ein Zitronennetz. Ölfarben. Kohle

Den Türrahmen gestaltete ich aus den Original-Briefen und Piano-Noten des Protagonisten. Also 3D auf dem Bild.

Dieses Bild zu malen … war eine Reise für mich. Eine Reise aus Briefen, Musik, Papier, Sand, Kohle und Farbe.

Diesen Roman als lektorierende Geburtshelferin zu begleiten, manchmal mit Zange und Saugglocke hantierend, war eine Aufgabe, die wie eine Fügung in mein eigenes Leben kam.

DER ROMAN „DER KLANG, DER BLEIBT“ ERSCHEINT IN DIESEM JAHR IM LITEGO-VERLAG.

Ein Roman über einen Vater,
aus echten Briefen,,
aus Erlebtem, Gefühltem,
über eine Liebe, die nicht aufhört,
sich zu erklären,
über die Magie von Worten und über Musik. Große Musik.

Und über einen Sohn, der Jahre später beginnt zu lesen
und merkt,
dass er sich selbst darin findet.

Es gibt Räume, die man nicht verlässt.
Auch wenn man längst gegangen ist.

Über das Entstehen des Bildes
10 Film · „Über das Entstehen des Bildes“

„Ich war ein Mann.“

OTROVERT

Mischtechnik auf alter Leinwand. 115 x 75 cm.

Vielleicht gilt für Bilder dasselbe wie für Menschen:
Sie müssen nicht überall hineinpassen, um ihren Platz zu finden.

Manchmal liegt unter dem Neuen ziemlich viel Altes.
Schicht für Schicht. Linie für Linie. Irrweg inclusive.

Auch diese Leinwand wollte eine Veränderung. Schicht für Schicht veränderte ich das ehemalige Portrait eines Mannes und schuf eine Frau. Oder beides?

Das Bild betont meinen Nachhaltigkeitsaspekt beim Kunstschaffen. Ringana ist eingearbeitet…

Vom fertigen Bild zurück zum Anfang. Schicht für Schicht. Linie für Linie. Irrweg inklusive.

Und besonders für dieses Werk gilt als Realitäts-Check:
Kreativität ist kein Dauerrausch. Sie ist ein Dialog – stets zwischen Euphorie und Zweifel.

Und warum dieser Titel?

Seit kurzem beschreiben Psychologen Menschen, die sich in Gruppen oder Gemeinschaften dauerhaft als außenstehend oder „anders“ erleben, als OTROVERT. Die Merkmale dieses Persönlichkeitstyps sind:

Soziale Kompetenz bei gleichzeitigem Bedürfnis, nicht Teil einer festen Gruppe zu sein. Sie bevorzugen tiefe Eins-zu-Eins-Kontakte. Ihre Unabhängigkeit ist selbst gewählt. Ich vergleiche sie gerne mit einem „Solisten im Orchester“.

UNERHÖRT
11 YouTube-Film

UNERHÖRT

Lied zum Buch.

Die Lieder zum Buch heißen „UNERHÖRT“ und „UNGEHÖRT“.

Aus den Zitaten der 18 Frauen, die ich für mein Buch „Unerhörte Geschichten. Frauenstimmen aus Nottuln“ interviewte, entstanden später zwei Lieder.

Sie sind nicht glatt, nicht unbedingt gefällig. Eher wie die Frauen und ihre Leben: widersprüchlich, zäh, komisch, traurig, lebensklug.

Der Refrain ist für mich die bedeutsamste Aussage:
„WARUM LIEGEN BLEIBEN, WENN ICH AUFSTEHEN KANN?“

Ich schrieb ein Buch über Wendezeiten, Zeitenwenden, über Resilienz (und ja, auch über das Schweigen).

In meinem Buch übersetze ich Resilienz so: „WIEDER AUFSTEHEN – UND ANDERS WEITERGEHEN.“

Resilienzfaktoren umschreibe ich so: „WAS STARK MACHT, WENN ES SCHWER WIRD.“

UNGEHÖRT
12 YouTube-Film

UNGEHÖRT

Zweiter Liedfilm zum Buch „Unerhörte Geschichten. Frauenstimmen aus Nottuln“.
Leseprobe aus dem Vorwort „Was bleibt, wenn Frauen beginnen zu sprechen?“
13 Audio · Leseprobe aus dem Vorwort

Unerhörte Geschichten.

Frauenstimmen aus Nottuln.

Leseprobe von Anke Maria Zandman aus dem Vorwort mit dem Titel „Was bleibt, wenn Frauen beginnen zu sprechen?“

Textbeitrag · Gedicht
„Schau hin –
und Du wirst hören.“
Aus den „Unerhörten Geschichten“
14 Text

Gedichtklammer

zu den „Unerhörten Geschichten“

Das Gedicht schrieb die Autorin. Diese Zeilen sind die Essenz des Buches und gleichzeitig die Botschaft der Autorin.

I

Sie tragen dezentere Farben. Nicht aus Mangel, sondern aus Haltung. Ihre Kleidung – still, ihr Leben nicht. Sie haben geliebt, gelitten, gelacht – wie Du. Sie haben den Boden bereitet, so dass wir höher springen können. Schau hin – und Du wirst hören.

II

Sie waren da – lange vor Dir. Sie hatten Lippen, die küssten, Köpfe, die dachten, Herzen, die überliefen. Sie kannten den Leichtsinn, das Echo des Verlustes. Sie haben gewagt – mehr als erlaubt war. Sie haben geliebt – mehr als sichtbar blieb. Sie waren verrückt – und vernünftig bis zur Selbstaufgabe. Sie haben geschaffen - mit Händen, die heute schmerzen. Hör ihnen zu. Gib ihnen Stimme. Und geh los.

Leseprobe über Wendezeiten einer Frau – Kapitel „Schimmelschatten“
Leseprobe über Frauenfreundschaften
Leseprobe „Bestandsaufnahme“
15 3 Audio-Leseproben

RESTLICHT.

Autobiographischer Roman.

Leseproben aus dem noch nicht veröffentlichten Roman, der parallel zum Schreiben der „Unerhörten Geschichten“ entstand. Nachts.

WAS BLEIBT.
Die Ausstellung im Landtag NRW
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WAS BLEIBT.

Was die Bilder erzählen – und wie sie entstanden sind.

Filme, Audios, Fotografien und Texte zur Ausstellung.

15 Beiträge Oktober 2026
01 Film ÜBER DIE WERTIGKEIT DES VERMEINTLICH WERTLOSEN. Oder: MEINE GRÜNDE FÜR NACHHALTIGKEIT IN DER KUNST. Nachhaltigkeit in der Kunst und ein zweites Leben für vermeintlich wertlose Materialien.
Über Nachhaltigkeit in der Kunst

NACHHALTIGKEIT ist ein Handlungsprinzip, welches mich vor Jahrzehnten noch nicht so bewusst geleitet hat wie heute, obwohl ich es schon immer lebte.

Für meine NACHHALTIGKEIT IN DER KUNST gibt es vielfältige Gründe.

Wenn ich alte Metalle, Holz, Wahlplakate, Kassenbons, ausrangierte ipad-Hüllen, getrocknete Teebeutel, Teefilter, Kartonagen, Stoffe, alte Landkarten, Glas, bemalte Leinwände als Malgrund für meine Kunst verwende, freue ich mich zum einen darüber, dass in meinen Augen WERTVOLLES Material ein zweites Leben erhält.

Zum anderen ist die Patina, die z.B. Tee oder Rotwein hinterlassen, für mich eine außerordenlich kreative INSPIRATION für das zu erschaffende Motiv.

Zum anderen fordert mich die Haptik des Malgrundes sehr heraus. Ich mag es, wenn sich z.B. die Ipad-Hülle aus Plastik dagegen wehrt, von mir bemalt zu werden.

Ich finde es geradezu schöpferisch, wenn eine zuvor bereits bemalte Leinwand ihre Acryl- oder Öl-Strukturen aufweist, die eigentlich mein Vorhaben behindern.

Ich mag es, wenn ich beim Malen auf Metall oder Holz kreativ mit meinen Malmaterialien sein muss, um die Farbe d o c h auf den Malgrund zu bekommen.

Ich experimentiere gerne beim Kunstschaffen. Dazu gehörten auch meine erweiterten Kenntnisse, um Leinwände oxidieren zu lassen. ROST UND KUPFER-PATINA sind ansehnliche Effekte.

Wenn ich abends oder nachts mit dem Malen fertig bin, habe ich sowohl an den Pinseln als auf der Palette noch Farben. (Nach den Workshops ist dies in noch größerem Umfang so.) Was tu ich? Ich nehme diese Farbe, diese RESTFARBE und streiche sie auf alte Papiere, Holz, Tüten, Schuhkartonpapiere, Quittungen etc und lege sie in meine Trockungsschubladen.

Monate später, manchmal Jahre später hole ich sie wieder hervor, drehe sie, wende sie und dann, dann ist der Moment da und ich erkenne, WAS ich auf diesem sinnfrei bemalten / beklecksten Malgrund malen oder zeichnen werde.

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02 Film „Ich war ein roter Kreis.“ Zum Schutz & Trutz. Aus einer weißen Leinwand mit rotem Kreis entsteht ein Werk über Mutterschaft.
Die Entstehung des Bildes

Spachtelarbeit mit Acrylfarben und Granatsand und Mullbinden auf alter Leinwand. 75 x 120 cm.

In meine Hände kam eine Leinwand. Weiß. Glatt. Mit rotem Punkt. Glatt.

Monate später wusste ich, welches Motiv auf diese Leinwand kommt. Ein Mutter-Thema.

Rot. Gebärmutter. Liebe. Geborgenheit. Sorge. Emotionen. Angst. Blut.

Um das Thema „Mutterschaft“ vom Pathos zu befreien, entschied ich mich für eine grobe Spachteltechnik.

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03 Film „Sie hat die Bibel zerrissen…“ ICH BIN FRAU HIOB. Bibelseiten, Farbe und eine Kirchenfenster-Scherbe – ein Bild über Leid und Resilienz.
Zur Bedeutung des Bildes

Leinwand. 80 x 100 cm. Bibelseiten. Acryl. Perlmutt. Aquarellfarben. Kohle. Eine Kirchenfenster-Scherbe.

Ich durfte in einer Kirche malen. Unser Thema? „HIOBsBotschaften für die Seele. oder: Wo zum Teufel ist Gott?“

Das Thema forderte. Der kunstschaffende Prozess erreichte die Tiefe unseres Seins.

Bei mir geht Frau Hiob links in der Gruppe, in ihrem Mikrokosmos. Sie ist resilient. Ist wieder aufgestanden. Macht weiter. DOCH ihr ganzes Leben lang laufen neben ihr ihre Hiobsbotschaften. Sie wirkt, als wäre alles in Ordnung, wieder gut. Doch für sie ist es anders.

Während ich mein „Lied vom Leid“ fertigstellte, fiel eine kleine sehr spitze dunkle Scherbe aus einem Kirchenfenster. Ich arbeitete sie als schmerzende Spitze in dieses Bild ein.

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04 Film „Ich war ein AfD-Plakat.“ GRENZEN! Ein Wahlplakat wird zum Friedensbild über Grenzen, Schutz und Menschlichkeit.
Vom AfD-Plakat zum Friedensbild

Acryl und Collage und Garnet Sand und Glasspearls auf altem Wahlplakat. 60 x 80 cm.

Ich mal häufig auf Wahlplakaten. Immer auf Wahlplakaten der Grünen. Sie haben eine Materialoberfläche, die sich hervorragend für mein Tun eignet.

Weil ich auf Wahlplakaten arbeite, kam eines Tages ein AfD-Plakat in meine Hände. Natürlich war klar: Diese Botschaft wird transformiert. FRIEDEN soll meine Botschaft sein. Und vor allem: ES GIBT GRENZEN! Grenzen, die nicht verletzt werden dürfen. Grenzen des Menschen. Seine Begrenzung. Seine Schutzgrenzen. Bei Frauen auch: gesellschaftliche Begrenzungen.

Meine Frage – angelehnt an Dota Kehr – lautet:
„WARUM schützt man die GRENZEN der STAATEN so gut und die GRENZEN der MENSCHEN so schlecht?“

Meine Friedensbotschafterin ist weiblich. Inspiriert wurde ich durch eine Statue für Frieden in Japan.

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05 Film „Ich gehörte Baedeker…“ FLANDERN. Aus einem alten Baedeker und Stadtplänen von Brügge entsteht eine weibliche Figur.
Zum Entstehen des Bildes

Mixed Media auf altem Holz. 50 x 50 x 5 cm.

Mir wurde ein alter Baedeker geschenkt. Ich klebte Teile einer alten Stadtkarte auf eine alte Holzplatte.

Plötzlich offenbarte sich beim Arbeiten mit den Karten von Brügge etwas:

Auf den Stadtmauern - den Begrenzungen zwischen Bürgertum und der Bevölkerung ohne Bürgerrechte – erkannte ich einen weiblichen Oberkörper

So habe ich die Lady aus der Stadtgeschichte herausgeschält.

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06 Film · Foto · Audio „Ich war Meer“ WAS VON IHM BLEIBT Eine vorhandene Leinwand wird zum neuen Werk über Erinnerung, Verlust und das, was bleibt.
Transformation
Die ursprüngliche Leinwand
Die ursprüngliche Leinwand
Petra über das Bild

2026 · 80 × 150 cm · Collage, Acryl und Mischtechnik auf einer bereits bemalten Leinwand

Ein Jahr verheiratet. Seit einem Jahr Witwe.

Im Sommer schenkte mir Petra eine Leinwand ihres verstorbenen Mannes Klaus. Das querformatige Bild zeigte eine Strand- und Meerszene. Petra kennt meine nachhaltige, nach Spuren suchende Arbeitsweise: Ich entdecke Möglichkeiten in vorhandenen Bildträgern und lasse ihre Geschichte im neuen Werk weiterleben.

Kurz zuvor hatte ich mit MdL Dorothea Deppermann das Motto meiner Ausstellung im Landtag besprochen: WAS BLEIBT? AUS SPUREN ENTSTEHT NEUES.

Bereits auf meinem Rückweg, mit der Leinwand im Kofferraum, entstand die Idee, Petra aus dem Bild ihres Mannes hervortreten zu lassen.

Mich bewegte diese Frage: Was bleibt von Klaus, wenn auf seinem Bild Petra entsteht?

Ich arbeitete mit dem Vorhandenen, öffnete Schichten und schloss andere. Auf der ursprünglichen Meerszene entstand eine Collage, in der die Malerei des Verstorbenen weiterhin sichtbar bleibt.

Petras Gestalt formte ich aus ausgewählten Textpassagen meines Frauenbuches „Unerhörte Geschichten“ und meines Romans RESTLICHT. Beide Werke erzählen auf unterschiedliche Weise von Verlust und Trauer, von weiblicher Widerstandskraft, vom Wiederaufstehen und dem veränderten Weitergehen.

Auch die Generationen vor Petra sind gegenwärtig. Schnittmuster greifen diese weiblichen Lebenslinien auf. Sie stehen für Frauen, die während des Krieges und in der Nachkriegszeit mit ihren Nähmaschinen den Lebensunterhalt ihrer Familien sicherten. Auch Petras Mutter wurde früh Witwe.

Hinzu kommen unter anderem alte Papierrollen für Fünf-Mark-Stücke und Human-Design-Zeichnungen, die sich auf Petra beziehen.

So entsteht Petra mit ihren eigenen Erfahrungen und den Lebenslinien anderer Frauen aus der Malerei ihres Mannes.

Petra sagt dazu: „Die Materie von Klaus geht. Seine Energie bleibt.“

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07 Foto Feminismus auf Packpapier. Gracia Patricia. Grace Kelly, Feminismus und handschriftliche Zitate auf Packpapier.
Nahaufnahme des Bildes
Nahaufnahme des Bildes

Packpapier-Schichten. 45 x 35 cm. Aus der Serie „Radlust“.

Grace Kelly (später Fürstin Gracia Patricia von Monaco) hatte eine reflektierte und für ihre Zeit erstaunlich moderne, emanzipierte Sicht auf Frauen und gesellschaftliche Rollen. Obwohl sie als Fürstin in einem traditionellen Umfeld lebte, äußerte sie sich in Interviews immer wieder selbstbewusst und unabhängig.

Diese Aussagen sind auf dieser Collage handschriftlich notiert.

„Ich bin im Grunde eine Feministin. Ich denke, dass Frauen alles tun können, wofür sie sich entscheiden.“
(Original: „I am basically a feminist. I think that women can do anything they decide to do.“)

Mit einer gehörigen Portion Humor und Ironie kommentierte sie die Arbeitswelt und die Rollenverteilung zwischen Männern und Frauen:

„Die Männer sind im Grunde faul. Wenn alle Frauen Jobs hätten, würden die Männer zu Hause bleiben, Bier trinken und sich alle Fernsehprogramme anschauen.“

Grace Kelly zog mit 18 Jahren alleine nach New York, um Schauspielerin zu werden, und finanzierte sich selbst – in den späten 1940er-Jahren ein mutiger Schritt:

„Als unverheiratete Frau galt ich als Gefahr.“
(Original: „As an unmarried woman, I was thought to be a danger.“)

Doch die Emanzipationsbewegung der 1960er- und 70er-Jahre begleitete sie mit kritischen Augen. Sie befürchtete, dass Frauen durch die gesellschaftliche Anpassung an die Männerwelt an Faszination verlieren, und betonte gleichzeitig die traditionelle Rolle in der Familie:

„Die Emanzipation der Frauen hat dazu geführt, dass sie ihr Geheimnis verloren haben.“

Und:

„Die natürliche Rolle der Frau ist es, eine Säule der Familie zu sein.“

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08 Film „Sie ist aus ihrem Rahmen gefallen.“ Opfergabe Ein persönlicher kunsttherapeutischer Prozess über Verlust, Trauer und Veränderung.
Kunsttherapie

Acryl auf Leinwand in Schattenfugenrahmen. 52. x 63 cm

Manchmal muss man lassen, sich lassen, es lassen, zulassen ohne zuzumachen.

Die ersten Varianten waren evt schöner. Doch für den kunsttherapeutischen Prozess musste / durfte es weitergehen.

Ich war meine eigene Klientin, ich nahm KUNSTTHERAPIE bei mir selbst. Ich musste Verlust und Trauer verarbeiten.

Tränen dürfen fließen beim Tun. Das ist heilsam und transformiert den Prozess. Musik unterstützt diesen Prozess. Manchmal ist hingegen die Stille der richtige Boden.

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09 Film · Audio „Ich werde ein Buch-Cover.“ Der Klang, der bleibt. Briefe, Musik und Noten werden zum Bild – und zum künftigen Buchcover.
Die Entstehung des Bildes
Leseprobe aus „Der Klang, der bleibt“. Kapitel: „Die fünf Richtungen“

60 x 80 cm. Stoffe. Papiere. Granatsande. Ein Zitronennetz. Ölfarben. Kohle

Den Türrahmen gestaltete ich aus den Original-Briefen und Piano-Noten des Protagonisten. Also 3D auf dem Bild.

Dieses Bild zu malen … war eine Reise für mich. Eine Reise aus Briefen, Musik, Papier, Sand, Kohle und Farbe.

Diesen Roman als lektorierende Geburtshelferin zu begleiten, manchmal mit Zange und Saugglocke hantierend, war eine Aufgabe, die wie eine Fügung in mein eigenes Leben kam.

DER ROMAN „DER KLANG, DER BLEIBT“ ERSCHEINT IN DIESEM JAHR IM LITEGO-VERLAG.

Ein Roman über einen Vater,
aus echten Briefen,,
aus Erlebtem, Gefühltem,
über eine Liebe, die nicht aufhört,
sich zu erklären,
über die Magie von Worten und über Musik. Große Musik.

Und über einen Sohn, der Jahre später beginnt zu lesen
und merkt,
dass er sich selbst darin findet.

Es gibt Räume, die man nicht verlässt.
Auch wenn man längst gegangen ist.

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10 Film „Ich war ein Mann.“ OTROVERT Eine alte Leinwand verändert sich Schicht für Schicht – vom Mann zur Frau.
Über das Entstehen des Bildes

Mischtechnik auf alter Leinwand. 115 x 75 cm.

Vielleicht gilt für Bilder dasselbe wie für Menschen:
Sie müssen nicht überall hineinpassen, um ihren Platz zu finden.

Manchmal liegt unter dem Neuen ziemlich viel Altes.
Schicht für Schicht. Linie für Linie. Irrweg inclusive.

Auch diese Leinwand wollte eine Veränderung. Schicht für Schicht veränderte ich das ehemalige Portrait eines Mannes und schuf eine Frau. Oder beides?

Das Bild betont meinen Nachhaltigkeitsaspekt beim Kunstschaffen. Ringana ist eingearbeitet…

Vom fertigen Bild zurück zum Anfang. Schicht für Schicht. Linie für Linie. Irrweg inklusive.

Und besonders für dieses Werk gilt als Realitäts-Check:
Kreativität ist kein Dauerrausch. Sie ist ein Dialog – stets zwischen Euphorie und Zweifel.

Und warum dieser Titel?

Seit kurzem beschreiben Psychologen Menschen, die sich in Gruppen oder Gemeinschaften dauerhaft als außenstehend oder „anders“ erleben, als OTROVERT. Die Merkmale dieses Persönlichkeitstyps sind:

Soziale Kompetenz bei gleichzeitigem Bedürfnis, nicht Teil einer festen Gruppe zu sein. Sie bevorzugen tiefe Eins-zu-Eins-Kontakte. Ihre Unabhängigkeit ist selbst gewählt. Ich vergleiche sie gerne mit einem „Solisten im Orchester“.

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11 Video UNERHÖRT Lied zum Buch. Liedfilm zum Buch „Unerhörte Geschichten“ – über Resilienz und Wiederaufstehen.
UNERHÖRT

Die Lieder zum Buch heißen „UNERHÖRT“ und „UNGEHÖRT“.

Aus den Zitaten der 18 Frauen, die ich für mein Buch „Unerhörte Geschichten. Frauenstimmen aus Nottuln“ interviewte, entstanden später zwei Lieder.

Sie sind nicht glatt, nicht unbedingt gefällig. Eher wie die Frauen und ihre Leben: widersprüchlich, zäh, komisch, traurig, lebensklug.

Der Refrain ist für mich die bedeutsamste Aussage:
„WARUM LIEGEN BLEIBEN, WENN ICH AUFSTEHEN KANN?“

Ich schrieb ein Buch über Wendezeiten, Zeitenwenden, über Resilienz (und ja, auch über das Schweigen).

In meinem Buch übersetze ich Resilienz so: „WIEDER AUFSTEHEN – UND ANDERS WEITERGEHEN.“

Resilienzfaktoren umschreibe ich so: „WAS STARK MACHT, WENN ES SCHWER WIRD.“

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12 Video UNGEHÖRT Zweiter Liedfilm zum Buch „Unerhörte Geschichten. Frauenstimmen aus Nottuln“. Der zweite Liedfilm zu „Unerhörte Geschichten. Frauenstimmen aus Nottuln“.
UNGEHÖRT
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13 Audio Unerhörte Geschichten. Frauenstimmen aus Nottuln. Leseprobe aus dem Vorwort: Was bleibt, wenn Frauen beginnen zu sprechen?
Leseprobe aus dem Vorwort „Was bleibt, wenn Frauen beginnen zu sprechen?“

Leseprobe von Anke Maria Zandman aus dem Vorwort mit dem Titel „Was bleibt, wenn Frauen beginnen zu sprechen?“

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14 Text Gedichtklammer zu den „Unerhörten Geschichten“ Ein Gedicht über Frauen, ihre Spuren – und darüber, genauer hinzuhören.
Textbeitrag · Gedicht
„Schau hin –
und Du wirst hören.“
Aus den „Unerhörten Geschichten“

Das Gedicht schrieb die Autorin. Diese Zeilen sind die Essenz des Buches und gleichzeitig die Botschaft der Autorin.

I

Sie tragen dezentere Farben. Nicht aus Mangel, sondern aus Haltung. Ihre Kleidung – still, ihr Leben nicht. Sie haben geliebt, gelitten, gelacht – wie Du. Sie haben den Boden bereitet, so dass wir höher springen können. Schau hin – und Du wirst hören.

II

Sie waren da – lange vor Dir. Sie hatten Lippen, die küssten, Köpfe, die dachten, Herzen, die überliefen. Sie kannten den Leichtsinn, das Echo des Verlustes. Sie haben gewagt – mehr als erlaubt war. Sie haben geliebt – mehr als sichtbar blieb. Sie waren verrückt – und vernünftig bis zur Selbstaufgabe. Sie haben geschaffen - mit Händen, die heute schmerzen. Hör ihnen zu. Gib ihnen Stimme. Und geh los.

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15 3 Audios RESTLICHT. Autobiographischer Roman. Drei Leseproben aus dem autobiographischen Roman RESTLICHT.
Leseprobe über Wendezeiten einer Frau – Kapitel „Schimmelschatten“
Leseprobe über Frauenfreundschaften
Leseprobe „Bestandsaufnahme“

Leseproben aus dem noch nicht veröffentlichten Roman, der parallel zum Schreiben der „Unerhörten Geschichten“ entstand. Nachts.

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